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Es sollte das Festival der Liebe sein und gleichzeitig wurde angestrebt, der grauen Arbeiterstadt Duisburg ein farbenfrohes Image zu bescheren. Stattdessen wurde die Stadt am Rhein in trostloses Schwarz gehüllt. Was ist passiert? Lähmendes Entsetzen hat Veranstalter und Besucher der Love-Parade gepackt, als am Samstag bei einer Massenpanik auf dem einzigen Zuweg zum Festival Gelände 19 Menschen ihr Leben lassen mussten und mehr als 340 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden. Das Festivalgelände am alten Güterbahnhof war für 250.000 Besucher zugelassen tatsächlich aber waren es insgesamt mehr als 1,4 Millionen Raver, die in Duisburg das Fest der Liebe feiern wollten. Gerechnet wurde von der profilierungssüchtigen Stadtverwaltung mit 500.000 Besuchern. Wie wahnsinnig niedrig diese Zahl wirklich war, sollte sich am Nachmittag schon herausstellen, als den Verantwortlichen Ordnungskräften klarwurde, dass es fast 1,4 Millionen Besucher waren, die auf den Festivalplatz strömten. Der Eingang war auch gleichzeitig der Ausgang, ohne dass dieser entsprechend kanalisiert oder aufgeteilt wurde, der Tunnel wurde zum Schauplatz des Grauens. In dem Nadelöhr kamen sich hunderttausend Menschen entgegen, die sowohl das Gelände betreten wollten und die die runter wollten, so entstand durch die Masse der Menschen in dem Weg ohne Ausweg die tödliche Panik. Heute werden den Verantwortlichen, völlig zu Recht, blanke Profitgier und unverantwortlich dilettantische Planung vorgeworfen. Die Menschen, die unmittelbar mitbekommen haben, dass die Opfer buchstäblich totgetrampelt wurden, müssen nun mit den Bildern und der Erinnerung klarkommen. Die Verantwortlichen sind schon längst ausgemacht, der regierende Oberbürgermeister der Stadt ist ganz feige abgetaucht, als es zur Konfrontation mit wütenden Bürgern kam. Klar ist, die Verantwortlichen müssen zurücktreten, aber nicht nur dass, sie müssen darüber hinaus wegen fahrlässiger Tötung in mindestens 19 Fällen und fahrlässiger Körperverletzung in mehr als 340 Fällen angeklagt und verurteilt werden. Die Realität wird aber leider anders aussehen, die Politiker, die sich wider jeglicher Vernunft gegen die Experten durchgesetzt haben, werden die Schuldigen woanders suchen und in letzter Konsequenz wird ein Politiker höchstens hochbesoldet in den Ruhestand gehen. Wir die Kivos, trauern mit den Hinterbliebenen der 19 Todesopfer und wünschen allen die die Katastrophe jetzt seelisch verarbeiten müssen die Kraft und schließlich auch die Antworten von den Verantwortlichen. Während die Menschen in Trauer und seelischer Not an den Unglücksort streben, um ihrer Trauer und auch ihrer Wut Ausdruck zu verleihen, schafft es die Stadt noch nicht mal eine offizielle Trauerfeier auf die Beine zu stellen. Einzig und allein der Betreiber der Love-Parade hat bisher richtig reagiert, er hat aus Respekt vor den Toten, die Love-Parade für immer geschlossen. „Rest in Peace“, Duisburg wird wohl immer der eisige Hauch des Todes anhaften und ihn nicht so schnell wieder los werden. Die Geister der toten Raver werden wohl noch lange da bleiben, wo sie auf so entsetzliche Art ums Leben gekommen sind.