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Ein großer deutscher Chirurg sagte mal, „ich habe so viele menschliche Körper geöffnet und alle Organe gefunden, aber eine Seele fand ich nie“. Und dennoch gibt es sie, sie ist das wichtigste Organ im menschlichen Körper, den es unbedingt zu schützen gilt. Wenn Menschen seelisch verletzt werden, ist die Seele in der Lage, diese Verletzung oft über Jahrzehnte zu verbergen. Denn viele dieser Verletzungen wären sonst mitunter lebensgefährlich. Oft kann es aber so sein, dass, wenn es dem Menschen gut geht, die Seele ihre Verletzungen offenbart.
Wenn vergessene Bilder aus früheren Zeiten wieder lebendig werden
Oft entstehen die seelischen Verletzungen in der Kindheit, wenn sich die Seele dazu entschließt, Erinnerungen wachzurufen, können die Menschen oft schon alt sein. Dann ist die Zeit gekommen, sich der Vergangenheit zu stellen. Ob es die eigenen Eltern oder andere Erwachsene gewesen sind, die brutal genug waren, die empfindliche Seele des kindlichen Körpers zu schädigen, spielt dann zumeist nur noch eine untergeordnete Rolle. Meist ist es aber so, dass der „Seelenschänder“ selbst schon gar nicht mehr lebt und eine persönliche Abrechnung nicht mehr möglich ist.
Die Seele darf nicht ungehört bleiben
Die Seele oder auch die Psyche eines Menschen entscheidet meist autonom über den Zeitpunkt des „Erwachens“. So kann es sein, dass urplötzlich in die Zufriedenheit eines Menschen, ein „Gewitter aufzieht“. Die Form, wie sich die Seele gehör verschafft. kann ganz unterschiedlich sein. So können es Albträume sein, die Begebenheiten aus der Kindheit ins Bewusstsein zurückrufen. Die meist „verblassten Aufnahmen“ bekommen plötzlich die eindrucksvollen Farben der Kinderzeit wieder zurück. So eindrucksvoll die Rückkehr auch sein mag, es darf dann nicht mehr ungehört bleiben.
Wer sich seiner Seele verweigert, kann richtig körperlich krank werden
Viele Menschen möchten zunächst aufbegehren, sie wollen diese Bilder nicht und sie wollen auch meist anfangs zunächst die Gedanken nicht. Wer versucht, die Seele ungehört zu lassen, wird dies meist nicht lange durchhalten. Denn die Seele ist imstande, den Geist zu schützen, oft über Jahrzehnte, aber sie ist auch dazu in der Lage, den Körper krank werden zu lassen. Die schon erwähnten Gewitterwolken machen den meisten Menschen sehr zu schaffen. Doch jedes Kind weiß, auf Regen folgt irgendwann auch Sonnenschein, auch wenn die Regenzeit durchaus lange dauern kann.
Der richtige Fachpsychologe ist der Helfer in der Not
Menschen, die zum Teil traumatische Erlebnisse in der Kinder- oder Jugendzeit hatten, sollten, wenn die Zeit gekommen ist, fachlich von einer Psychologin oder einem Psychologen betreut werden. Die Psychiater als Fachärzte haben meist nicht die Zeit, eine Langzeittherapie selbst durchzuführen. Allerdings können diese Fachärzte die Weichen für eine richtige Psychotherapie oder eine tiefenpsychologische Therapie stellen. Doch eines ist ganz wichtig, es muss ein absolutes Vertrauensverhältnis zwischen Psychologen und Patienten bestehen oder aufgebaut werden.
Ein Verwaltungsverfahren entscheidet über die Therapie
Das Verfahren ist fast überall gleich, je nach seelischem Zustand des Patienten oder der Patientin, kann unter Umständen ein klinischer Aufenthalt von Nöten sein, wenn der Mensch psychisch und körperlich zu labil ist. Erst, wenn es der Arzt oder später der Therapeut für vertretbar hält, sollte die eigentliche Therapie beginnen. Jeder Patient hat die Möglichkeit, den Therapeuten bis zu fünf Mal aufzusuchen und vorbereitende Gespräche zu führen. Dieses kann beliebig wiederholt werden, zumindest so lange, bis der richtige Therapeut gefunden ist.
Das Fachliche muss stimmen, die Vorgespräche sollten genutzt werden
Es gibt Menschen, die können besser mit weiblichen Therapeuten reden und es gibt durchaus auch Menschen, die besser mit einem männlichen Therapeuten klarkommen. Wichtig ist, dass der jeweilige Therapeut auch fachlich für eine Traumabewältigung infrage kommt. Es gibt Psychologen, die Raten dazu, nicht in die Vergangenheit zu gehen, doch wenn die Seele erst angefangen hat, den Schutz aufzugeben, gibt es keine andere Wahl mehr. Wenn der aufgesuchte Therapeut so anfängt, gegen die Bewältigung zu sprechen, ist es meist besser, das Vorgespräch zu beenden. Der Psychologe ist nämlich der Teil, der bei der zuständigen Krankenkasse die Anträge auf eine Therapie stellen wird.
Schriftliche Aufzeichnungen helfen entscheidend bei der Therapie
Schlussendlich sollte ein Mensch zur Bewältigung von traumatischen Erlebnissen nicht zu einem Verhaltenspsychologen gehen. Denn diese Psychologen werden meist nicht auf die tiefenpsychologische Behandlung abzielen, weil sie es schlichtweg nicht können. Es kann eine wahre Odyssee werden, bis man den richtigen Partner für eine solche Psychotherapie gefunden hat. In der Zwischenzeit braucht der Mensch mit seinen Problemen nicht untätig bleiben. Ein probates Mittel ist das Aufschreiben der Erinnerungen. Seien es Stichwörter, oder ganze Storys, diese Art des Umgangs signalisiert der Seele, „du kannst deinen Ballast nun endlich loswerden“. Außerdem helfen schriftliche Aufzeichnungen auch bei der späteren Therapie und der Bewältigung.