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Eine Kapitallebensversicherung wird meist als Alterssicherung abgeschlossen und oft im Erlebensfall wird die Versicherungssumme an den Versicherten selbst ausbezahlt. Die Prämien der Kapitallebensversicherung sind meist sehr hoch, zumindest dann, wenn der Versicherungsnehmer schon etwas älter ist. Meist sehr viel günstiger ist die Risikolebensversicherung, weil diese allerdings auch nur im Versicherungsfall konkret, also im Todesfall fällig wird. Tritt also der schlimmste Fall ein, dann ist der Versicherte verstorben und bei der Familie ist eine Tragödie passiert. Die Lebensversicherung sollte die schlimmsten Folgen, nämlich den Verlust des Ernährers für die Familie abmildern. So sollte es zumindest sein, wenn es schon sein muss.
Jetzt habe ich aber von einem Fall einer Familie gehört, der einem echt die Haare zu Berge stehen lässt. Gleichzeitig ist es auch eine extrem traurige Geschichte. Die Story handelt von einer Familie, bei der wirklich etwas Tragisches passiert ist. Der Vater und Haupternährer einer jungen Familie ist durch einen schrecklichen Autounfall ums Leben gekommen. Er hinterlässt eine Frau und drei minderjährige Kinder. Die kleinen Kinder verstehen noch gar nicht, dass der Papa nicht wiederkommen wird. Doch es kommt noch schlimmer, denn die Familie hatte einige Jahre zuvor ein Haus gebaut, aber wie das so ist, die Finanzierung ist auf viele Jahre geplant worden. Zur Absicherung der Abzahlung für das Haus haben die Eheleute eine Risikolebensversicherung abgeschlossen. Besonders tragikomisch ist, dass der Versicherungsvertrag für den Unfalltod die doppelte Versicherungssumme vorsah. Gedacht war damit, wenn das Schlimmste passiert, dass wenigstens keine finanziellen Sorgen die Familie zusätzlich belasten würde.
Doch sicher jeder von Euch ahnt es, dass es Probleme gibt. Als wenn die Vorfälle nicht schon schlimm genug wären, kommt noch das “dicke“ Ende. Als die Frau nämlich die Versicherung von dem Vorfall unterrichtet hat, haben die sich ganz merkwürdig verhalten. Die ersten Wochen haben sie auf Verzögerungstaktik gespielt. Die Versicherung teilte mit, „es fehlen noch Unterlagen“, „es ist, noch was zu klären“ und so weiter. Der Knoten platzte, als nach über sechs Monaten von der Versicherung der Ablehnungsbescheid die gramgebeugte Witwe wie ein Keulenschlag traf. Doch noch abstruser war die Begründung der Versicherungsgesellschaft.
Die Versicherung, leider habe ich nicht in Erfahrung bringen können, welche Gesellschaft es ist, hat die Leistung der Versicherung abgelehnt, weil bei der Obduktion, das ist die Untersuchung der Leiche, haben Mediziner zwar zweifelsfrei den Unfall als Todesursache festgestellt, aber die Mediziner haben noch etwas anderes gefunden, was die Versicherungsmediziner für die Gesellschaft zu nutzen wussten. Jetzt müsst ihr genau lesen. Die Gerichtsmediziner haben vernarbtes Gewebe auf dem Herzmuskel gefunden, diese Narben sollen von einer leichten Herzmuskelentzündung stammen, die, so wird in Fachkreisen vermutet, vielleicht durch einen grippalen Infekt ausgelöst wurde. Dabei ist es sogar sehr wahrscheinlich, dass der Betroffene selbst davon überhaupt keine Kenntnis hatte.
Die Versicherungsgesellschaft berief sich auf die Gesundheitsfragen, die bei Antragstellung fällig wurden und beanstandeten, dass der Versicherungsnehmer es versäumt habe, die Grippe und deren Folgen nicht angegeben zu haben. Zum Leidwesen der Hinterbliebenen hat der Versicherungsvertreter den Gesundheitsfragebogen mitgenommen, ohne das der Versicherte eine Durchschrift davon im Besitz hatte. Natürlich hat die Familie gegen die Ablehnung Widerspruch eingelegt und inzwischen ist auch die Klage gegen die Versicherungsgesellschaft anhängig.
Doch, wenn man mal schaut, was die ganze Angelegenheit mit der Familie, die ja schon den Verlust des Mannes und Vaters verarbeiten muss, macht, dann kann man schon zu Recht wütend werden. Die Familie musste nämlich leider das Haus mit viel Verlust verkaufen, dies sollte die Risikolebensversicherung ja eigentlich verhindern. Das traurige und auch wütende Fazit, die Versicherung kann schon das Leben einer ganzen Familie zerstören. Deshalb sollte man vor dem Abschluss einer Versicherung und erst recht einer Risikolebensversicherung schon genau hinschauen, dass man alle Unterlagen wenigstens in Kopie behält, denn, wenn man hinterher das Nachsehen hat, ist der Schaden doppelt so groß. Denn dieser Fall zeigt einmal mehr, die Versicherungen kassieren zu gerne, oft über Jahre die Versicherungsprämie, aber wenn der Versicherungsfall eintritt, dann wird ebenso dreist wie unverfroren versucht, den Versicherten die Leistung zu verweigern.